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Bulgariens
Hauptstadt Sofia hat 1 182 000 Einwohner und liegt in der gleichnamigen Ebene,
550 m ü. M. Sofia liegt 55 km von der serbischen Grenze (Kalotina),
113 km von der mazedonischen Grenze (Gjueschevo), 183 km sind es bis zur
griechischen Grenze bei Kulata, 315 km bis zum Grenzkontrollpunkt Kapitan
Andreevo in Richtung Türkei und 324 km bis zur Grenze zu Rumänien bei
Russe. Sofia wird über die Hauptfernverkehrsstraßen mit den Hauptstädten
Europas verbunden und über Istanbul mit dem Nahen Osten. Sofias Wahlspruch
lautet: "Wächst, doch altert nicht!".
Die ersten Lebensbeweise hier sind aus dem Neolithikum. Im VIII Jh. v. Chr.
entstand um die Mineralquellen herum eine thrakische Siedlung. Die Römer
eroberten sie und nannten die Stadt Serdika (Stadt der Serden). Sie wurde zum Zentrum der Provinz Unterthrakien erklärt.
Die Stadt überlebte die Einfälle der Hunnen, Goten u.a. Im VI
Jh. war sie ein byzantinisches Verwaltungszentrum - Triadiza.
Seit 809 ist die Stadt im bulgarischen Staat und trug den slawischen Namen
Sredez. Im 1382 fiel Sofia unter osmanische Fremdherrschaft. Die christlichen
Kirchen wurden zerstört, türkische Amtsgebäude, Moscheen und Bäder
wurden gebaut. Am 04.Januar.1878 wurde Sofia befreit und am 04.April.1879 zur Hauptstadt erklärt.
"Hl Alexander Nevski-Gedächtniskirche" ist eine von
den schönsten Sehenswürdigkeiten in Sofi. Ihre Fundamente wurden 1882
gelegt und der ganze Aufbau endet 1912. Der Tempel ist ein Wahrzeichen der Stadt
und der größte auf der Balkanhalbinsel. Die fünfschiffige Kirche
weist die Form einer byzantinischen Kreuzkuppelbasilika mit einer ausgeprägten
zentralen Kuppel auf. Der Eingang ist aus dunklem Marmor, Auf den Thronen glänzt brasilianischer
Onyx, und die Fenster werden mit Alabaster buntr. Es gibt drei Altarapsiden: von
Heiligem Alexander Nevski, Heiligem Zaren Boris I. und von den Heiligen Kyrill
und Method.
Die Gedächniskirche wurde von berühmten bulgarischen und
russischen Malern bemalt. Sehr wertsvoll sind die Ikonen, Fresken und die
Kronleuchter. Die Perlenikone mit der Darstellung von „Hl. Maria mit
Jesuskind“ ist wundertätig. Ein Stein von Golgotha liegt mit dem Wappen
des Bulgarischen Reiches im Perlenkasten. Im Kellergeschoss befindet sich die
„Krypta“. Die als Zweig der Nationalen Kustgalerie gegründete Krypta
ist der alten bulgarischen Kunst gewidmet. Neben 300 Ikonen sind auch Fresken,
Ornamenten und Wandmalereien zu sehen. Die Sammlung stellt Kunstwerke aus allen
Teilen Bulgariens dar und hat Exponate aus dem IX Jh.
Volksversammlung - die Ideen für eine Verfassung
und ein Parlament trifft man noch am Konsil in Istanbul (1871) und an der
Versammlung in Oborischte vom 14. April. 1876, die den Aprilaufstand ausrief. Mit der Gründungsversammlung in Veliko Tarnovo (1879) beginnt das
Parlamentsleben in Bulgarien. Hier wird die Tarnovoer Verfassung, Grundgesetz
Bulgariens bis 1947, erarbeitet und aufgenommen, wie auch das Prinzip für
Teilung der Mächte.
Bis jetzt waren 39 Normale und 7 Großvolksversammlungen
tätig. Die siebte Großvolksversammlung nahm am 12. Juli. 1991 die
gegenwärtige Verfassung der Republik Bulgarien auf. Das Gebäude der Volksversammlung hat
historische Bedeutung und ist ein Kulturdenkmal. Es wurde 1884-1886 im
Neorenaissancestil aufgebaut.
Die Kirche „Sveta Sofia“ - wurde Mitte des
VI Jh. auf alten Kirchen aus der römischen Zeit gebaut. Hier gab es auch
ein römisches Theater, wo die Gladiatorkämpfe stattfindeten, und noch
zwei Tempel, die von Hunnen und Goten zerstört wurden. Während des Zweiten Bulgarischen
Reiches diente die Kirche als Kathedrale und gab ihren Namen der Stadt. Die Türken
gestalteten sie zu einer Moschee um. Die Wandmalereien wurden vernichtet und
neue Minarette aufgebaut. Im XIX Jh. wurde die Kirche vom Erdbeben stark beschädigt.
Nach der Befreiung wurde sie wieder als christliche Kirche geweiht. Ihre
Restauration endet 1930. Die Kirche „Sveta Sofia“ ist eines der
wertvollsten Denkmäler der christlichen Architektur auf den Balkanen. Man
glaubt, dass die wundertätige Kraft der Heiligen Sofia die Stadt
jahrhundertelang vor Feinden und Naturkatastrophen schützt. Hinter der Kirche ist das Grab des
bulgarischen Nationaldichters Ivan Vasov, eine Moräne vom Vitoschagebirge.
Das denkmal des Unbekannten Soldaten liegt neben der Kirche „Sveta Sofia“. Es
wurde im 1981 aufgebaut.
Die Rounde "Hl. George" ist von der UNESCO zum Kulturdenkmal erklärt. Sie wurde während
der Siedlung Serdika aufgebaut, von den Hunnen zerstört und wieder
aufgebaut. Die Türken gestalteten sie zu einer Moschee um. Sie hat drei
Schichten von mittelalterlichen Wandmalereien (X Jh.), die 22 Figuren von
Propheten darstellen. Die Kuppel ist aus dem XIV Jh., stellt von vier Engeln
umgegebenen Christus dar. Im Osten liegen die Überreste einer römischen
Siedlung.
Nationalmuseum für Geschichte wurde 1973 gegründet. Die Sammlung hat mehr als
533 000 Exponate von der Vorgeschichte bis in die Gegenwart. Erdgeschoss speichern Exponate von der Antike bis zum
Mittelalter und auch Gold-und Silberschätze, Keramik und archäologischen Funden. Der erste Stock ist für
religiöse Kunst, der bulgarischen Wiedergeburt und beinhaltet Trachten, Teppiche und Möbel aus jener Zeit.
Archäologisches Nationalmuseum lagern thrakischen, griechische und römische
Artefakte. Das Museum liegt im "Bujuk Dzhamija" (Große Moschee) aus dem XV Jh.
National Palace of Culture ist die gr&oauml;ßte multifunktionale Komplex in
S&uauml;dosteuropa. Aufgestellt in der Mitte der Hauptstadt, verf&uauml;gt &uauml;ber 68 Konferenz-und
Ausstellungsr&aauml;ume. Technische Ausstattung ist f&uauml;r Kongresse, Tagungen, Konzerte, Ausstellungen geeignet,
Messen, etc.
Nationale Kunstgalerie - die Idee für eine Kunstgalerie
kommt noch vor dem Ersten Weltkrieg, aber man verwirklicht sie erst in den
30-sten Jahren des XX Jhs. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden wertvolle Bilder im
ganzen Land ermittelt und die gesammelten Kunstwerke sind über 2000. Kurze
Zeit danach wurde die Nationale Kunstgalerie eingerichtet. Die Sofioter Gemeinde
hat auch eine Kunstgalerie mit mehr als 3000 Kunstwerke der größten
bulgarischen Maler.
Das Nationale Ethnografische museum wurde im 1892
gegründet. Das ehemalige Zarenschloss, ein Kulturdenkmal aus Ende des XIX
Jhs., liegt in der Mitte von Sofia und beherbergt das Ethnografische Museum. In
seinen Sammlungen werden über 50 000 Exponate von XVII bis XX Jh. aus
den allen Ethnosgruppen Bulgariens aufbewahrt. Es wurde nach dem Muster der
westeuropäischen Museen errichtet. In den ersten Jahrzehnten des XX Jhs.
war es als das reichste Museum auf den Balkanen bestimmt.
Das Nationale Militärhistorische museum ist nach der
Verteilung im 1906 des ersten bulgarischen Volksmuseums die dritte nationale
Museumsstruktur. Im 1968 bekommt es das Statut einer
nationalen Institution und den heutigen Namen. Hier wurden untersucht und
aufbewahrt über eine Million Exponate, die Zeugnisse der bulgarischen und
europäischen Militärgeschichte sind. Die bebaute Ausstellungsfläche
ist 5000 m2 und es hat noch 40 Dekar äußere Ausstellungsfläche.
Im Museum gibt es Räume für vorläufige Ausstellungen, Briefingsäle,
Konferenzsäle u. a.
National Museum "Erde und Mensch" ist
in einem renovierten Gebäude - ein Kulturdenkmal, erbaut 1898. In der
Sammlung von 20 000 verschiedenen Mineralien aus der ganzen Welt wird aus
Spenden von Firmen und Einzelpersonen.
National Museum of Natural History wurde 1889 gegründet
und ist die reichsten naturwissenschaftlichen Museum auf der Balkanhalbinsel.
In drei große Abschnitte: Geologie, Zoologie und Botanik haben mehr als
400 Arten von Säugetieren, über 1200 Arten von Vögeln,
Hunderttausende von Insekten und andere Wirbellose.
Museum der Körperkultur und Sport zeigt die Geschichte
der bulgarischen Sport-und Exzellenz in der bulgarischen Sportler. Es gibt
über 500 Exponate und Fotos, eine Kopie des ersten bulgarischen
Fahrräder, persönliche Gegenstände und Rennteams von
berühmten Sportlern, eine Sammlung von Pokalen und Medaillen.
Nationale Kirche Historisches und Archäologisches
Museum der Heiligen Synode der Bulgarischen Orthodoxen stellt geistige Kultur
durch eine Vielzahl von Handschriften und Inkunabeln, wertvolle Ikonen und
Drucke, Teller, Kirche Altertümer und Denkmäler der christlichen
Kunst. Die Exposition des Museums umfasst Modelle von berühmten Kirchen,
Bilder von bemerkenswerter kirchlicher Denkmäler.
Das Nationaltheater "Ivan Vasov" wurde 1907 im Barockstil erbaut und mit
Figuren aus der griechischen Mythologie geschmückt. Die Freske über den zentralen Treppen stellt Apollon und
die Musen dar, und die beiden zur Seite stehenden Säulen – die Siegesgöttin
Nike im Streitwagen. Das Theater wurde bei einem Brand schwer
beschädigt und im 1929 wieder erneut. Der Vorgang der Hauptbühne ist
in Panagjurischte hergestellt worden. Um den Springbrunnen vor dem Theater
sammeln sich viele Schachliebhaber.
Platz "Slavejkov" - hier töteten die Türken am
11.02.1515 der Heilige Georgi aus Kratovo. Jahrelang danach erscheint an diesem
Tag Blut auf dem Weg seines Märtyrertums. Nach der Befreiung verbreitete
man den Platz und bebaute ihn mit Häusern, eines davon ist dem großen
bulgarischen Schriftsteller und Vertreter des öffentlichen und politischen
Lebens Petko R. Slavejkov. In den 20er und 30er Jahren des XX Jhs. formiert sich
der Platz mit den heutigen Gebäuden und Kaufhäusern. Der Verkehr hier
ist beschränkt und so verwandelt sich der Platz in einen Fußgängerraum.
Sofioter Univesität „Hl. Kliment Ohridski" - der Anfang des Bildungssystems in
Bulgaien ist aus dem IX Jh. In der Epoche der Nationalen Wiedergeburt bildete
sich die Idee für eine Hochschule. So wurde 1888 die erste
Hochschuleinrichtung geschaffen. Allmählich verwandelt sie sich in eines
der entscheidenden
wissenschaftlichen Zentren auf den Balkanen, in eine europäische Universität.
Das Zentralgebäude der Uni ist eine Architektursehenswürdigkeit, das
aus persönlichen Mitteln der Brüder Evlogi und Hristo Georgievi erbaut
wurde, deren Statuen vor dem Haupteingang sitzen.
Die Russiscne Kirche "Hl. Nikolaj" wurde im 1913
im Stil der Moskauer Kirchen aus dem XVII Jh. von russischen Emigranten in
Bulgarien erbaut. Sehr beeindrückend ist ihre Komposition. Das
Architekturaussehen der Kirche ist sehr dynamisch. In der Mitte steht eine große Kuppel und ihr symetrisch noch vier
vergoldene Kuppeln. Von 1921 bis 1950 leitete die Kirche der Erdbischof Serafim.
Seine Gebeine liegen in der Krypta. Wenn man vor ihm seine Wünsche
beichtet, wird er helfen.
Sofia Synagoge wurde 1909 erbaut und ist
der drittgrößte in Europa, nach denen in Budapest und Amsterdam.
Es wurde vom österreichischen Architekten Gryunander in einem
spanisch-maurischen Stil gestaltet und erinnert an eine Synagoge in Wien, die von den
Nazis zerstört.
Die Kirche von Bojana befindet sich am Fuße
des Vitoschagebirges, im Wohnviertel Bojana. Sie ist ein einzigartiges Denkmal
der bulgarischen Architektur und Malerei des Mittelalters. Die Wandmalereien
(1259) sind ganz besonders wertvoll. Die Stifter Sevastokrator Kalojan und seine
Gattin Desseslava sind in ganzer Größe realistisch dargestellt. Die
Bildnisse vom Zaren Konstantin und der Königin Irina sind auch mit allen
Einzelheiten aus der Zeit, wann es noch keine Porträtmalerei in Europa
gibt. Die Kirche wurde im 1987 rekonstruiert und steht auf der Liste des
Weltkulturerbes der UNESCO.
Der Zoogarten ist aus dem
Jahr 1888 und liegt im Park des ehemaligen
Zarenschlosses. Die Bereicherung der Versammlung war eine fortwährende
Sorge. Die ersten Löwen kamen 1892. Heute züchtet man hier viele
verschiedene und eksotische Vertreter der Tierwelt.
Der Pantscharevo-see - der wunderbare Erholungsort liegt 15
km südöstlich von Sofia, in Richtung Borovez und Rilagebirge. Er ist 5
km lang und hier kann man Wassersport treiben. In der Gegend gibt es
Wandertouren, Parks mit Cafes und attraktiven Lokalen, einige Mineralquellen,
viele Erholungsheime.
Witoschagebirge wird von allen Gebirgen in Bulgarien am meisten besucht. Es liegt in
unmittelbarer Nähe von Sofia und ist ein von den Wahrzeichen unserer
Hauptstadt. Mit seinem höchsten Berg, dem Tscherni Vrach (2290 m) steht es
an 4. Stelle im Land. Eine ungewöhnliche Naturerscheinung sind die so
genannten steinernen Flüsse von Moränen (abgerundete Granitblocken). Auf den höhen Bergen dauert der Winter
bis 7 Monate, und der Sommer ist nur im Juli und August. Der größte, längste und im
Vitoschagebirge entspringende Fluss ist die Struma. Im Gebirge gibt es keine natürlichen Seen. Im 1934 wurde der erste Volkspark in
Bulgarien geschaffen. Die größten Touristenzentren sind Aleko und
Slatnite Mostove (Goldene Brücken).
Mehr info für Witoschagebirge
Das Dragalevski Kloster liegt am nordöstlichen
Fuße des Vitoschagebirges, in malerischen Buchenwäldern. Das Kloster
wurde 1345 vom bulgarischen Zaren Ivan Alexander gegründet und das
Zarenkloster genannt. Im 1382 wurde Sofia von den Türken erobert und das
Kloser wurde zerstört. Im XV Jh. wurde es erneut und verwandelt sich zum
Zentrum der Sofioter Philosophenschule. Im XVII Jh. wurde hier eine
Klosterschule errichtet. Das Kloster war ein Mittelpunkt der Revolutionstätigkeit
in der Sofioter Umgebung. Es wurde zum Kulturdenkmal erklärt.
Die Kirche „Uspenie Bogoroditschno“
(Mariä Himmelfahrt), eine Bojarenkirche, wurde vor den Türken erbaut.
Im 1932 presste man an sie eine andere Kirche, „Hl. Mina“. Die beiden
Kirchen sind unter einem Dach vereinigt worden. Sie sind mit sehenswerten
Wandmalereien geschmückt worden. Das Dragalevski Kloster war ein wichtiger
Literaturmittelpunkt mit eigenem Skriptorium. Einige handschriftliche Bücher
sind sehr wertsvoll.
Das Kremikovski Kloster liegt 4 km nördlich vom Stadtviertel Kremikovzi. Es wurde während
des Zweiten Bulgarischen Reiches aufgebaut, im 1382 von den Türken zerstört
und im 1493 wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit datiert die bis heute erhaltene
Klosterkirche. Der Patron der Kirche, Hl Georgi, hat einen weißen Pferd
bestiegen und lange Lanze in den Drakon gestoßen. Der Schutzheilige der Kirche ist Erzengel Michael. Sehr interessant sind
die Bilder von Konstantin und Hellena und das Stifterporträt. Ein
wertvolles Denkmal ist auch das Kremikovzi- Evangelium aus dem XV Jahrhundert.
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